25-04-2008 Nachschlag - Breugsches Non-Pro Team dominierte in Kreuth beim Osterturnier
Zwei Non-Pro´s, zwei Hengste, ein Tie beim Osterturnier in Kreuth – eigentlich nichts Besonderes. In diesem Fall aber schon, denn die beiden wurden von dem gleichen Coach betreut und drückten quasi die gleiche Schulbank bei Steffen Breug in Reichweiler. Wir reden hier von den beiden Erfolgsteams Franziska Bechberger mit Image Of A Nu Okie und Hans-Günther Albrecht mit Docs Sol Imperial, die beim Osterturnier in Kreuth eine Münze um den ersten Platz warfen. Ladies first – so beginnen wir mit Franziska Bechberger, die nach ihrem Abitur ein Praktikum in Reichweiler bei Breug QH absolvierte. Dort lernte sie auch ihren Traumhengst Image Of A Nu Okie kennen, den sie bis dahin nur durch seine Erfolge unter Volker Schmidt beim Derby kannte.
„Es gibt Pferde, die man sieht und dann in der „eh-unerreichbar-Schublade“ ablegt. Das Bild stimmte einfach: „Sehr schöne Manier und hundertprozentiger Verlass auf die Ausführung aller Manöver“ schwärmt Franziska Bechberger von ihrem Traumhengst. Träumen ist ja bekanntlich erlaubt. Dass sich dieser Herzenswunsch jemals erfüllen würde, hätte die aus dem Niederrheinischen stammende Pferdenärrin nie gedacht. Immer noch den Wunsch nach einem „pferdigen“ Beruf im Hinterkopf, begann Franziska Bechberger eine Ausbildung zur Physiotherapeutin im nahe liegenden Landstuhl, ein Umstand, der es ihr erlaubte, auch weiterhin bei Steffen zum Reiten zu gehen. Als sie dann erfuhr, dass „Image“ zum Verkauf steht, handelte sie schnell. Die Vorbereitungen aufs Osterturnier bestanden im Wesentlichen aus Ritten über Stock und Stein, denn der Hengst hatte in der Vergangenheit genug mit den Manövern zu tun. Das Osterturnier hatte Franziska mehr als "Kennenlern-Turnier" angesehen, da Image ein alter Hase ist und somit das Spiel schon kennt. Sie war sich nicht ganz sicher, wie er sich im Gegensatz zum Training in der Show zeigen würde. Nach dem ersten Start war aber klar, dass der Hengst vertrauenswürdig ist und sein Ding macht. Als Belohnung für diesen Erfolg in Kreuth (1. Platz Rookie Non Pro und 2. Platz Limited Non Pro) steht er nun bis Anfang Juni auf seiner Sommerresidenz, dem Langwieserhof in Breitenbach, und liebäugelt mit der ein oder anderen Stute... Und welche Ziele sieht die 22 Jährige ? „Als Ziele sehe ich, weiterhin von Steffen zu lernen, dem ich an dieser Stelle noch mal für alles danken möchte. Des weiteren versuche ich das Training und die dazugehörenden Pausen so zu gestalten, dass Image noch möglichst lange erfolgreich Turniere laufen kann, ohne die Lust am Sport zu verlieren. Ich habe das Gefühl, dass wir eine gute Partnerschaft begonnen haben und freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit“.
Hans-Günter Albrecht ist einer der Leute, die das Quarter Horse in den Soonwald brachten. Seit den frühen 80iger Jahren betrieb er zunächst noch ziemlich allein auf weiter Flur Missionsarbeit in Sachen Westernreiten. Mittlerweile hat sich um seine Stammgemeinde Spabrücken eine breite Anhängerschaft des Westernreitens und besonders der Disziplin Reining gebildet. Nicht nur das Reiten alleine ist ein Steckenpferd des Soonwälders. Er besitzt einige interessante Zuchtstuten und nennt stolze zwei Hengste sein Eigen. Einen hatte er vor wenigen Wochen in Kreuth so erfolgreich präsentiert: Docs Sol Imperial.
Gezüchtet wurde Docs Sol Imperial von Gerhard Schmitt aus Spabrücken. Seine Ausbildung erhielt der Sohn von Imperialena (Doc O Lena) aus einer Doc´s Solano-Stute von Maik Bartmann und Dietmar Tulius. Doch die letzten 5 Jahre verbrachte der Reiner ohne großartige Beschäftigung auf seiner Koppel im Soonwald. 3 Wochen vor dem Turnier kaufte Hans-Günter Albrecht den Prachtburschen und bereitete ihn auf Kreuth vor. Von diesen 3 Wochen muss man allerdings noch eine Woche abziehen, denn Albrecht erkrankte und konnte in dieser Zeit nicht trainieren. Man kann sich sicher vorstellen, dass seine Hauptaufgabe erst mal im Konditionsaufbau lag, denn einem Weidepferd geht bei den gigantischen Ausmaßen der Ostbayernhalle leicht die Puste aus. „Mir ging es hauptsächlich um den Spaßfaktor“, meinte Hans-Günther Albrechte zu unserer Frage, mit welchen Erwartungen er nach Kreuth gefahren sei. Gewinnen macht sicherlich auch Spaß und so kann sich der bodenständige Soonwälder auf einen „spaßreichen“ Sommer mit seinem neuen Hengst freuen, der übrigens auch allen interessierten Stuten zur Verfügung steht. Dass die beiden Breugschen Non-Pro´s auch noch gegeneinander in der Limited Non-Pro antraten ist eigentlich nichts ungewöhnliches, denn Steffen Breug fährt immer mit einer großen Non-Pro Gemeinde nach Kreuth. Schön für den Trainer war es aber sicher, zu sehen, dass seine Schüler ganz vorne an die Spitze ritten. Letztendlich musste die Münze über den 1. und 2. Platz entscheiden. Hier gewann Hans-Günter Albrecht und Franzi Bechberger nahm charmant den 2. Platz ein. Mit einem Lächeln meinte sie: „Ich habe bei solchen Sachen schon immer den Kürzeren gezogen.“ Gefreut hat sie sich dennoch über den guten Zweiten.
Fotos: horsemotion |