06-09-2008 |
Americana 2008 - Der Samstagabend in Augsburg 209.453,39 Dollar Preisgeld ausgeschüttet Nun steht das genaue Preisgeld der Americana 2008 fest: Über exakt 209.453,39 Dollar konnten sich die Teilnehmer freuen. In Euro ausgedrückt waren es genau 139.635,59 Scheine und Münzen. Höchstgebote für Decksprünge von Footworks Finest und Hot Smokin Chex Auf großen Andrang stieß die Decksprungversteigerung der Americana – sie war erneut ein voller Erfolg. Alle Sprünge wurde versteigert – zu einem Durchschnittsgebot von knapp 1.000 Euro. Das Höchstgebot von 1.600 Euro erhielt ein Decksprung von Footwork Finest, 1.500 Euro wurden für einen Decksprung von Hot Smokin Chex gezahlt. Zahlreiche Hengste hatten sich während der Americana auf der Stallion Avenue präsentiert. „Die Leute freuten sich, ihre Wunsch-Hengste live zu sehen und das in einem so tollen Umfeld“, so Anne Schmidt, Mit-Organisatorin der Versteigerung, die erstmals auf der Americana 2006 durchgeführt wurde. Diese Hengste waren dabei: ARC Genuine Oak, Shotgunner, I Cee Diamonds, Reds Gonna Rein, Puro Chic, Heza Sure Whiz, Hot Smokin Chex, Doctor Zip Nic, Coeur D Wright Stuff, ARC Surprise Sketch, Boggies Blue Jac, Jacs Ready To Slide, Gunslider, Shiners Vintage, Dream Cowboys, Peek A Boom, Footworks Finest, Cat Prints.
Finale - Reiter setzten den Titel der Abendshow spektakulär um 12 Reiter traten im Rahmen der Abendshow „Cutting Spectacular“ zum Finale der Europameisterschaftswertung Open. Und was die seit Wochen ausverkaufte Schwabenhalle zu sehen bekam, war wirklich überaus spektakulär. Cutting vom Feinsten – Herz, was willst Du mehr! Der Amerikaner Michael Baker eröffnete den Endlauf. Er ging nach den zwei Go`s als Vierter der Zwischenwertung mit nur zwei Punkten Rückstand auf den ersten Rang in die Prüfung. Seine beiden ersten Rinder arbeitete er je 30 Sekunden, ohne hier aber plussen zu können. Er holte noch ein drittes Rind und in den letzten zehn Sekunden holte er mit diesem Plus. Sein Score: 141. Das würde aber nicht reichen können, um aufs Treppchen zu kommen. So viel war klar angesichts der Stärke auch der restlichen Teilnehmer. Jetzt war es der dreifache italienische Futurity-Open-Champion Gianluca Machesini, der mit dem ersten seiner zwei Finalpferde in die Arena kam. Auf Bet Shesa Squall ging er als Neunte ins Finale. Er kam zweimal zur Arbeit am Rind, das erste cuttete er 20 Sekunden prima in der Mitte und beim zweiten Rind war er ebenfalls 20 Sekunden beschäftigt, wobei sich das Pferd einmal mit einem gewaltigen Sprung zur Seite rettete. Sein Score war eine 142.
Uwe Röschmann setzt die zu schlagende Marke Jetzt ging es um den Sieg. Uwe Röschmann kam. Nach den zwei Vorläufen lag er punktgleich mit Gianluca Munarini auf Starlight Elan an der Spitze. Der dritte Startplatz war eine fantastische Ausgangssituation, er hatte noch die freie Wahl unter frischen Rindern. Schnell noch Tipps zu den Rindern von Craig Morris abgeholt, ging es los. Beim ersten Rind kam er nicht in Schwung, beim zweiten Rind war die Arbeit ok, und beim letzten Rind ging bei gerade noch verbleibenden 13 Sekunden so richtig die Post ab. Er wusste natürlich, dass es hier noch Pluspunkte gehagelt hatte und machte spontan die „Boris-Säge“. Dann der Score…145. Damit hatte er nun 434 Punkte. Alle wussten, das war ein prima Score, den man erst einmal schaffen muss. Andererseits war es aber auch keine unlösbare Aufgabe für seinen Hauptkonkurrenten Gianluca Munarini, der erst als neunter Starter dran war. Jetzt kam der 800.000-Dollar-Mann Scott Ferguson zum Cut: Auf Bingo Pie musste er ein schwieriges Rind so schnell wie möglich quitten, die zweite Arbeit kam auch nicht richtig in Schwung. Das dritte Rind aber cuttete er 16 Sekunden lang prima in der Mitte, das brachte einen Score von 143. Der zweite Deutsche und zugleich der jüngste der Finalisten zeigte seine Klasse auch im Endlauf: Malte Döring bot auf Kiss My Cat 23 Sekunden prima Cutting in der Mitte beim ersten Rind, und auch beim zweiten und beim dritten Rind gab es Plus. Das bedeutete eine verdiente 144,5. Markus Schöpfer präsentierte sich auf Dark As Pitch vor allem beim zweiten Rind. Er zeigte in 30 Sekunden sehr schöne Aktionen, die ihm eine 145 einbrachte. Pietro Valeri war als Dritter nach zwei Vorläufen nur einen Punkt hinter der Spitzenposition zurück. Doch oh weh: 13 Sekunden vor Schluss verlor er mit MR Pepto Fletch sein drittes Rind, so dass er im Finale nicht über eine 133 hinauskam. Rodrigo Boari Galeotti hatte auch Pech: Auf Push To Play verlor er schon nach nur sechs Sekunden sein erstes Rind und musste zudem kurz seine zweite Hand einsetzen. Und jetzt – das war allen klar – ging es um den Sieg: Uwe Röschmann, der eine 145 vorgelegt hatte, oder aber wieder „Dauersieger“ Gianluca Munarini? Das war die Frage. Gianluca Munarini hatte bereits dreimal in Folge diese Americana-Prüfung gewonnen. Uwe Röschmann beobachtete zu Beginn den Ritt seines Konkurrenten von weit hinten, in sechster Reihe ganz am Rand der Arena auf seinem Pferd sitzend. Und was er zunächst war, ließ seine Hoffnungen wachsen: In den ersten 25 Sekunden am ersten Rind kam Gianluca Munarini nämlich nicht richtig in Fahrt. Jetzt stieg Uwe Röschmann vom Pferd und ging mehr oder weniger abwesend wirkend durch den hinteren Teil der Arena „spazieren“. Nervenanspannung pur. Und wieder gelang es Munarini auch beim zweiten Rind nicht, großartig in die Arbeit zu kommen.
Vierter Americana-Titel in Folge Die Uhr lief. 20 Sekunden vor Schluss startete Munarinini Cut am dritten Rind. Uwe Röschmann stand jetzt direkt hinter den Richtern und schaute nun angespannt direkt hin: Und jetzt musste ihm Angst und Bange werden: Denn nun explodierte Starlight Elan unter Gianluca Munarini. Mit viel Mut zum Risiko holte sich der Italiener nun Punkt um Punkt. Und dann der Score…147. Während Uwe Röschmann sich kurz einmal ärgerte, wusste Gianluca Munarini: Das war der vierte Titel bei der Americana in Folge. Ein historischer Eintrag in die Geschichtsbücher! Das hatte es noch nie in der langen Americana-Geschichte in einer Disziplin gegeben. Der nächste Ritt hatte auch noch Einfluss auf die Medaillenvergabe: Gianluca Marchesini arbeitete sich auf CDS Smart Trouble mit einer 146,5 noch auf Bronze vor. Marco Saccetti ließ auf Boiler Room eine 134 folgen und Jason Surles beendete auf Lenas Starfish mit einer 145,5 das Finale. Gianluca Munarini war natürlich total glücklich: „Das Finalfeld war in der Breite so stark besetzt wie noch nie. Vom ersten Go an musste man alles geben. Natürlich hatte ich von einem weiteren Sieg geträumt, aber das es wirklich geklappt hat…unglaublich. Zumal ich einen so späten Startplatz im Finale hatte.“ Uwe Röschmann dagegen gab zu: „Ich hätte schon gerne gewonnen. Ganz klar. Aber auch der zweite Platz passt. Mein erstes Rind war einfach nicht gut genug.“ Ergebnis Finale 1. Gianluca Munarini/Starlight Elan/147 Endergebnis (2 Vorläufe und Finale) 1. Gianluca Munarini/Starlight Elan/436 EC 21 Working Cowhorse
Bei keinem der folgenden Reiter wollte es in der Rinderarbeit so recht klappen. Nach einer fast durchweg guten Reined Work gab es Penaltys in der Cow Work. Ute Holms Rind wollte erst gar nicht aus der Box und sorgte damit für eine Sondereinlage, anschließend verweigerte es die Wendungen. Nicht viel besser ging es der zweiten Reiterin in diesem Finale, Francisca Baron aus Italien mit Shorty Buckaroo. Christoph Seilers zweites Finalpferd MR Colonel Smart hatte ebenfalls Pech und erwischte ein schwieriges Rind. Dies stoppte einmal so hart, dass MR Colonel Smart keine Chance in der Wendung hatte. Doch der 10-jährige Hengst zeigte vollen Einsatz und warf sich so stark herum, dass beide fast zu Boden gingen.
Der 8-jährige Hengst im Besitz von Wolfgang Dalick legte eine schöne Reined Work vor, bei der er insbesondere bei den Stops plussen konnte. In der Cowhorse konnte Slidin On Diamonds dann seine Klasse zeigen. Philipp Martin Haug ging sofort auf volles Risiko und legte einen sensationellen Ritt hin: Nach gutem Boxing ein toller Turn beim Fencing. Beim zweiten Turn ging er dann sofort in den Zirkel über. 147 Punkte vergaben die Richter für diesen tollen Run. Das bedeutete insgesamt 219,5 Punkte und die Führung. Jetzt noch drei Ritte - würde dieses Ergebnis noch zu toppen sein?
Nun hing alles am letzten Starter: Markus Schöpfer mit Peptos Lil Bingo. Der 6-jährige Sohn des großen Peptoboonsmal war letztes Jahr schon NRCHA International Hackamore Champion Open und gewann u.a. auch die ERCHA Reined Cowhorse in Leipzig. Außerdem startet er erfolgreich in Cutting und Reining – er war u.a. Vierter in der Lawson Bronze Trophy auf dieser Americana. „Dieses Pferd hat keine Schwächen, sondern nur Stärken“, meint Markus Schöpfer. Und die wusste dieser beeindruckende Hengst hier voll auszuspielen. Markus Schöpfer ging schon in der Reined Work auf volles Risiko und konnte in allen Manövern Pluspunkte sammeln. Dann folgte die mit Abstand beste Cow Work: Score 151! Alles in allem ein absolut sensationeller Ritt – was auch Markus Schöpfer selbst wusste, noch bevor der Score bekannt gegeben wurde. Triumphierend machte er mit beiden Armen das Siegeszeichen. 297 war der Gesamtscore. Damit waren die beiden überlegener Sieger.
Quelle: Ramona Billing |
|