17-11-2008 Vorstandssitzung Präsidium und Länderrat der EWU in Mannheim Neue Rekorde bei der Mitglieder- und Turnierzahl - Neuer Modus für Nachwuchschampionat verabschiedet Traditionell tagten im November Präsidium und Länderrat der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU). Dabei wurde das aktuelle Jahr reflektiert und die Weichen für die nächsten Monate besprochen. Höhepunkt im Jahr 2009 ist die German Open, vom 22. bis 27. September wieder in Issum/Niederrhein. Die wichtigste Entscheidung war die Verabschiedung eines neuen Modus für das Nachwuchschampionat. Ab 2009 können Züchter bzw. Halter von jungen Pferden diese bei der EWU einzahlen – es winken dann attraktive Preisgelder (siehe Bericht an anderer Stelle). Darüber hinaus gab es in diesem Jahr nur sehr wenige Regelbuchänderungen, dafür aber neue Rekorde bei der EWU.
Erstmals über 7.500 Mitglieder Die EWU wächst unverändert. Mit Stand vom 31. Oktober hat die Union über 7.500 Mitglieder. Größte Landesverbände sind unverändert Baden-Württemberg (1.448) und Rheinland (1.028). Einen deutlichen Rückgang gab es dagegen bei der Nutzung der diversen Ausbildungsangebote. Die wahrscheinliche Erklärung: Mittlerweile ist eine Sättigung eingetreten. Die Ausbildung zum Trainer haben beispielsweise so viele Mitglieder wahrgenommen, dass hier nun deutlich weniger Bedarf besteht.
Neuer Spitzenwert: 130 Turniere im Jahr 2008 Noch mal mehr Turniere als im Vorjahr fanden 2008 statt. Insgesamt 130 (Vorjahr 125) Shows wurden in diesem Jahr im Namen der EWU ausgetragen. „Herz“ des Turnierlebens sind unverändert die regionalen Shows: Allein 74 C-Turniere fanden 2008 statt. Bei den Turnieren der Kategorie A bis C gab es in diesem Jahr rund 34.400 Starter bei etwa 38.000 Nennungen. Unverändert sind die Disziplinen Pleasure, Horsemanship und Trail die bei den Teilnehmern gefragtesten Disziplinen. Die Pleasure löste die Horsemanship im Jahr 2008 gemäß dieser Statistik hauchdünn als beliebteste Disziplin ab.
Abschlussarbeiten zur Westernreitlehre Die angekündigte Westernreitlehre, die im FN-Verlag aufgelegt wird, ist in abschließender Bearbeitung. Die Redakteurin Petra Roth-Leckebusch: „Meinerseits ist die Arbeit beendet. Die Reitlehre liegt derzeit der FN vor. Ich hoffe, dass die Westernreitlehre zur Equitana veröffentlicht wird.“
Deutlich öfter zwei Richter auf einem Turnier Susanne Haug berichtete für die Richter: Sie bedankte sich bei den Veranstaltern, denn deutlich zugenommen habe die Verpflichtung von zwei Richtern für ein Turnier. „Dadurch wurde die Richtzeit deutlich besser eingehalten.“ Zwei neue Richter wurden in diesem Jahr mit Hugo Siebenhagen (C/D) und Evi Bös (A/B) neu berufen bzw. für die höhere Kategorie zugelassen. Zudem bestand Birgit Bayer die A/B-Prüfung, sie kann aber erst nach dem nur alle zwei Jahre stattfindenden Jungpferdeseminar berufen werden. Am Richtergrundkurs nahmen 2008 zehn Personen teil, und auch 2009 wird es wieder einen Richtergrundkurs geben. Grundsätzlich warb Susanne Haug bei den Veranstaltern um ein „realistisches“ Ausfüllen der Bewertungsbögen nach einer Show.
Regelbuchänderungen Ist im Trail das Tor das letzte Hindernis und damit die Pattern nach Durchschreiten des Tores beendet, ist kein Zurückwechseln der zügelführenden Hand mehr erforderlich. Bei Turnieren mit parallel stattfindenden Disziplinen kann optional bei allen Prüfungen die Starterliste in Rücksprache mit dem Richter kurzfristig geändert werden. Es wird ab 2009 eine neue Pattern 5 in der Western Riding geben, die auch auf einem Areal von 20x40 Metern geritten werden kann. Der Richter kann zukünftig kurzfristig in Absprache mit den Reitern die Pattern 5 verlangen, obwohl eine andere Western Riding-Pattern ausgeschrieben war. Hintergrund: So wird es möglich, etwa nach einem wetterbedingten Umzug in eine kleinere Halle auf die neuen Umstände zu reagieren. Im Team Penning sind zukünftig Reiter der Leistungsklassen 1 bis 5 und Nichtmitglieder zugelassen. Neu daran ist die Zulassung der Reiter der LK 4.
2009 wird kein Regelbuch an Mitglieder versendet Im Jahr 2009 wird angesichts der wenigen Änderungen kein neues Regelbuch aufgelegt und deshalb kein neues Regelbuch an die Mitglieder versendet. Bedeutet: Es gilt 2009 das Regelbuch in der Fassung 2008 plus den oben genannten Änderungen.
Probleme durch den Ex-Schatzmeister Unruhe gab es in den vergangenen Wochen um den ehemaligen Schatzmeister der EWU. Dazu berichtete Präsident Heinz Montag: „In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, was rund um Volker Stubenazy durch sein Fehlverhalten passiert ist.“ Probleme durch das Verhalten des Ex-Schatzmeisters entstanden in zwei Landesverbänden und auf Bundesebene. Betroffen war auch die German Open 2008, die unter anderem deshalb kurzfristig nach Issum verlegt worden war. Gegen Volker Stubenazy sind mittlerweile zivilrechtliche wie auch strafrechtliche Verfahren anhängig. Bei der finanziellen Aufarbeitung der Schädigungen sprang Rene Blickhan helfend zur Seite, der zum kommissarischen Schatzmeister berufen wurde: „Auf Bundesseite haben wir so eine Art Black Box festgestellt, also viele offene Fragen. Dabei ist eine größere Summe zu klären“, so sein derzeitiger Überblick nach intensiven Prüfungen der Bücher. Veranstalter können sich um Trainer-A-Lehrgänge bewerben Ab 2009 können Trainer-A-Lehrgänge von Veranstaltern – also nicht direkt durch die EWU – durchgeführt werden. Bisher waren diese stets in Warendorf. Für den neuen Modus sind durch den Veranstalter bestimmte Kriterien zu erfüllen, zum Beispiel eine 20x50 Meter große Halle und ausreichende Unterstellmöglichkeiten für Gastpferde. Zukünftig soll je Jahr ein Trainer-A-Lehrgang stattfinden, und dann jeweils optional auf einer neuen Anlage (entsprechend vorliegender Bewerbungen). Die Geschäftsstelle wird auch zukünftig den Lehrgangsleiter sowie die Prüfungskommission benennen bzw. genehmigen. Veranstalter können sich ab sofort mit ihren Referentenlisten und einem Kostenvoranschlag bewerben.
Vorschläge der EWU für die APO 2010 Mitten in der Arbeit ist bereits die Neufassung der alle vier Jahre erscheinenden Neufassung der APO. Im Jahr 2010 kommt die neue Version, die im Jahr 2009 verabschiedet wird. Hier einige der Vorschläge, welche die EWU einreichen will: Änderungen im Detail soll es etwa bei den Anforderungen an eine Reitschule geben. Das Motivationsabzeichen „Steckenpferd“ soll beim Westernreiten für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre neu eingeführt werden. Das Steckenpferd liegt mit seinen Anforderungen unter denen eines Hufeisens. Für die Zulassung zum Westernreitabzeichen 3 soll zukünftig in der Regel (Ausnahme: Turniererfolge) das Westernreitabzeichen 4 Pflicht sein. Westernreitabzeichen II (Silber) sollen die Disziplin-Vorschriften geändert werden. Neben der Horsemanship als Pflicht können aus vier Disziplinen (Reining, Trail, Superhorse, Western Riding) zwei Disziplinen zur Prüfung ausgewählt werden.
Diese A- und AQ-Turniere wurden für 2009 genehmigt: 25.-26. April A Seybothenreuth (Bayern) * = Termin noch offen, Abstimmung zwischen den beiden Veranstaltern steht noch aus.
Quelle: Jörg Brückner, westernreiter.com |
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