ANJANA 2010 ohne Reiten – Bilanz der Messeleitung deckt sich nicht ganz mit der der Aussteller |
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Die achte ANJANA ging am vergangenen Sonntag zu Ende, eine weitere ANJANA bei der der Bereich Reiten im Vergleich zum Vorjahr noch mal deutlich geschrumpft ist. Zwar hat man die Lücken in den Hallen des unteren Geschosses der Messe Pirmasens mit allerlei themenfremden Ständen geschlossen, doch wer die ANJANA über die letzten Jahre regelmäßig besucht hat, dem fiel der drastische Rückgang an Ausstellern in diesem Bereich auf.

Bei unseren Umfragen im Jahr 2008 hatten sich die Aussteller bereits über einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen in diesem Segment geäußert. Deshalb waren viele von ihnen in 2009 überhaupt nicht mehr erschienen.
Dabei hatte sich die Messe für den Reitsport in unseren Breiten bereits fest etabliert. Ihren Höhepunkt jedoch fand die Messe in 2007, wo man die Besucher mit spannenden Vorträgen im Forum und einem attraktiven Live-Programm in der Reitarena lockte. Im Vorfeld der diesjährigen ANJANA hat es leider in der Sparte Reitsport komplett an Werbung gefehlt. Auch das Programm der diesjährigen ANJANA erschien uns gleich auf den ersten Blick deutlich abgespeckt, was sich dann auch bei unserem Besuch bestätigte.

Im Bereich Westernreiten präsentierten Ralf Becker und seine bezaubernde Tochter Jolene trotz mangelnder Abreitemöglichkeiten den Westernreitsport in einer ansprechenden Art, ohne spektakuläre Einlagen, die bei nicht fachkundigem Publikum leicht missverstanden werden. Auch der Sprecher war sachkundig genug, die Manöver des DQHA RPS Highpoint-Horses 2008 zu kommentieren.

Ebenso immer wieder mit einem Stand vertreten war die Grenzland-Ranch aus Schweix. Zusammen mit ihren Kollegen von "Die Pfalz zu Pferd" warben Gerd und Elke Diebold für die traumhaft schönen Wanderreitstrecken in der Westpfalz sowie für ihre kleine aber feine Quarter Horse Zucht.

Der fahrende Hufschmied aus Lauterecken mit seinen stämmigen Pfalz-Ardennern beeindruckte in der Bahn. Wie cool diese sanften Riesen sind, beweist einmal mehr, daß Rüdiger Kriese die Pferde quasi von der Koppel anspannte und damit in die Arena fuhr. Da war kein stundenlanges Abreiten nötig, der Lauterecker hat völliges Vertrauen in seine Dicken.
Neben vielen Zubehörständen, die mehr oder weniger das gleiche Angebot feilboten, fanden wir auch einiges, was besonders unsere Aufmerksamkeit erregte:

So überzeugte uns eine Innovation aus Kanada, die der Enfrankerhof aus Püttlingen als Generalimporteur erstmalig präsentierte. Ein Futterhaus aus Kunststoff, das das Heu auf der Weide vor Unwetter schützt. Im Gegensatz zu den üblichen Futterraufen aus verzinktem Metall, die bei den Pferdeleuten wegen der Verletzungsgefahren eher umstritten sind, birgt das Kunststoffhäuschen so gänzlich keine Gefahr. Wie ein Hütchen wird das immerhin 100 kg schwere Kunststoffdach über den Rundballen gestülpt. 8 Plätze stehen den Vierbeinern zur gleichzeitigen Füttern zur Verfügung. Dabei hält das Häuschen unsere Witterung und dem Angriff durch Pferdezähne problemlos stand.
Und dann kam der Messeauftritt, der Fun und Funktionalität für uns gekonnt vereinte. Thommys – Quadcenter aus Frankenthal präsentierte auf 50 m2 genau die Sorte Fortbewegungsmittel, die man auch für den extremen Arbeitseinsatz nutzen kann. Das gewöhnliche Quad ist für den Einsatz auf der Ranch eher ungeeignet, da meist zu schwach motorisiert und nicht robust genug gebaut.

Durch die Vertretung der nordamerikanischen Hersteller Arctic Cat und Polaris wird hier auch die gewerbliche Kundschaft angesprochen. Besonders gut gefiel uns die Dieselvariante, die sich als Zugfahrzeug ausgerüstet mit einer Anhängerkupplung auch für den extremen Einsatz eignet. Dabei bietet der Hersteller eine Vielzahl an nützlichem Zubehör für den Farmeinsatz - so zum Beispiel Egge, Pflug, Grubber oder Bahnplaner. Der Beifahrersitz lässt sich mit wenigen Handgriffen abmontieren und zur Ladefläche umfunktionieren.

Als starker Konkurrent zu dem Gator der Firma John Deere ist der Prowler der Firma Arctic Cat anzusehen. Der Prowler fährt sich wie ein Kleinwagen, besitzt eine EU Straßenzulassung und bringt satte 90 km/h auf die Straße. Da wird selbst „frau“ mal schwach.

So war der letzten „pferdigen“ ANJANA noch was Spannendes abzugewinnen. Man darf hoffen, dass die Macher der „neuen“ Pferdemesse, die ja Ende März 2010 in Zweibrücken stattfinden soll, ihr Handwerk verstehen und bei der Bewerbung des Events nicht sparen.
Fotos u. Text: Susanne Alfs