07-04-2009

Martin GAMPER : Begegnung mit einem Weltmeister ....

 

Mit dem herrlichen Frühlingswetter beginnt auch wieder die Kurssaison. Wie schon lange geplant kam Martin GAMPER auch in diesem Jahr wieder nach WEBENHEIM (Saarland). Rüdiger KOENIG von KOENIG Quarter Horses und Georg FERL Trainingstall haben für ein tadelloses Wochenende gesorgt.

 

 

Wie üblich hat Martin die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt, für jeweils zwei Stunden Training am Morgen und am Nachmittag, sodass Pferd und Reiter eine wohlverdiente Pause einlegen konnten. Ruhig und gelassen hat Martin sein Können weitergegeben, mit viel Rat und Beispielen, für die er auch oft selber die Pferde in die Hand nahm. Wenn auch vielleicht etwas müde, waren die Teilnehmer von dem Kurs begeistert.

 

Wer kennt nicht die erfolgreiche Karriere des Sud Tirolers ? Vor 14 Jahren begann er mit dem Reiningsport, sein Weg ging von Steffen Breug nach Koenig Quarter Horses in Frankreich. Nach einem Abstecher bei 4You Quarter Horses/Kassel kam er schließlich nach Italien zu Claudio RISSOS Roberta’s Stable. Eine Erfahrung,  die den mehrfachen NRHA Futuritys Breeders Champion zur Krönung mit einem Weltmeistertitel 2008, in Manerbio, brachte.

 

 

Bald dachte Martin daran seinen Traum zu verwirklichen und sich selbständig zu machen. Die Wahl zwischen Deutschland und Italien war für ihn sehr schwer. Letztendlich hat er sich für die SCUDERIA GROANE in MISINTO nahe Mailand entschlossen, eine imposante Anlage mit über 11O Boxen, eine Reithalle (30x60m) und alles was dazu gehört, um optimal arbeiten zu können.

F.M.: Was sind deine Hauptziele ?

M.G.: Das Einreiten und  die Ausbildung der Jungpferde und sie auf die Futuritys vorzubereiten.

F.M.: Zu dem Thema Jungpferde, mit welchem Alter fängst Du die Arbeit mit ihnen an?

M.G.: Da gibt es keine genaue Regeln, das hängt von Gebäude, Charakter und Eigenschaften des Pferdes ab. Manche können die 3 Jährige Futurity laufen, die andere die 4 Jährige, und noch andere entwickeln sich erst viel später. Es werden auf den Turnieren Klassen für alle Pferde angeboten, also ist es sozusagen nie zu spät.

F.M.: Die Italiener haben Dir Vertrauen geschenkt, du bist erst ein paar Monate selbständig und so wie ich gehört habe, hast du schon ziemlich viele Pferde im Training ?

M.G.: (mit einem bescheiden Lächeln) Ja, 17 bis jetzt. Ich habe einen Co-Trainer und die Pferde werden täglich gearbeitet und kommen auch auf die Paddocks. Also wenn ich auf Turniere bin oder Kurse veranstalte, geht bei mir zu Hause die Arbeit weiter. Das ist sehr wichtig.

F.M.: Wenn ich Dich nach Topreinern frage, an wen denkst Du dann ?

M.G.:  Andrea FAPPANI, zu dem ich regelmäßig jedes Jahr nach San Marcos USA fliege, um mit ihn zu arbeiten.  Man muss sich immer wieder in Frage stellen.

F.M.: Ein paar Wörter zu Claudio RISSO ?

M.G.: Claudio ist ein offener Mensch geblieben, sehr zugänglich trotz Ruhm und Erfolg, ob in der Zucht oder im Reiten. Mit ihm zu arbeiten, war eine tolle Erfahrung, die viel zu meiner Karriere beigetragen hat.

F.M.: Wie lauten deine Ziele für 2009 ?

M.G.: Derby und Maturity in Italien und Ende des Jahres die Futuritys in Italien, Deutschland und vielleicht auch in Frankreich. Ich arbeite auch aktuell mit meinem Hengst MC JAC CODY, einem Sohn von MC JAC FLASH aus einer TOPSAIL CODY Mutter.

F.M.: Wie steht es mit der Zucht ?

M.G.: Das steht noch nicht auf der Tagesordnung !

F.M.: Da wir schon von Zucht sprechen, welche Blutlinien bevorzugst du ?

M.G.: Ich bevorzuge eher die alten Blutlinien wie Topsail Cody oder Hollywood Jac 86, aber in jeder großen Blutlinie findet man Ausnahmepferde. Es ist nicht immer ein super Pedigree, das den Erfolg vom Pferd bestimmt.

F.M.: Zum Schluss kannst du mir noch ein paar Sätze zur Reining in Europa sagen ?

M.G.: Wir brauchen die Amerikaner nicht mehr zu beneiden. Italien, Deutschland und Belgien bieten Reining auf höchstem Niveau. Sogar in Frankreich kennt dieser Sport seit drei Jahre einen tollen Aufschwung. Reining hat noch eine schöne Zukunft.

F.M.:Vielen Dank Martin für dieses Gespräch.

 

 

Obwohl er mittlerweile zu den Topreinern gehört, bleibt Martin zugänglich und bescheiden. Kein Wunder, dass seine Fans so jubeln, wenn er in die Arena reitet !

 

 

Text: Fabienne MAURER, Fotos: Jürgen Seyler