21-07-2009
Homöopathie, das Handwerkzeug des erfahrenen Praktikers / von der Fachfrau für den Laien erklärt
Durch ein negatives Erlebnis, ein unspektakuläres - so scheint es - bilden sich zum Beispiel Verspannungen, kleine Zimperlein. Der Energiefluss/ die Vitalität wird beeinträchtigt. Jeder hat mal Kummer und Sorgen, das gehört zum Leben dazu. Doch was manch einer nach 3 Wimpernschlägen vergessen hat, lässt den Anderen Alpträume haben. Daraus bilden sich manchmal - je nach Typ des Patienten, teilweise unmerklich und unbewusst Blockaden sowohl psychisch als auch physisch, die in „handfeste“ Krankheitssymptome münden können.
Einem gut ausgebildeten, erfahrenen Homöopath ist es möglich, durch die Summe der Auffälligkeiten und Eigenheiten des Patienten sowie weiteren Informationen, die vom Homöopathen Vorort erfragt und erfasst werden, ein „passgenaues „ HP-Mittel zu finden, das den Körper und die Seele des entsprechenden Patienten wieder in ein besseres Gleichgewicht bringt. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt mit dem Ziel, das „Problem“ selbständig zu lösen.
Um dies besser verständlich machen zu können hier ein Beispiele aus der Praxis von Petra Gräfen, Heilpraktikerin seit 1996 und lange Zeit schon tätig als Ausbilderin für Tierheilpraktiker an den Paracelsus Schulen.
Anruf einer Züchterin:
Mein 3 Monate altes Fohlen hat seit seiner Geburt starken Durchfall. Da es hauptsächlich Erde frisst, bestehen seine Exkremente auch nur aus Matsch. Der Durchfall ergießt sich zeitweise wie eine Wasserfontäne. Es trinkt alle 10 Minuten an der Stute, was aber im Vergleich zu anderen Fohlen viel zu kurz ist. Das Fohlen nimmt nach dem Trinken eine Körperhaltung ein, die auf starke Schmerzen deutet. Umfangreiche Behandlungen durch den Tierarzt sind bereits erfolgt. Durch entsprechende Medikamentengabe wurde zwar die Magenschleimhautentzündung gelindert und kurzweilig eine Besserung herbeigeführt. Aber sobald das Fohlen Weidegang hat, sucht es nach dem Sandboden, scharrt ihn sogar frei und frisst ihn. Das Fohlen rülpst, riecht aus dem Maul und gähnt auffällig viel. Es leckt zwanghaft alles ab: Boxenwände, den Boden, sogar das Boxengitter. Die Beine der kleinen Stute sind vorbiegig und durchtrittig. Sollte das Fohlen weiterhin Sand zu sich nehmen und nicht zu einer normalen Nahrungsaufnahme finden, wird es über kurz oder lang an einer Kolik verenden.
Soweit der Erstkontakt und die ersten Infos durch die Besitzerin. Als erstes machte sich Petra Gräfen ein umfassendes Bild von dem „Patienten“: Lebensumstände, Futter, Pflegezustand, Untersuchung, Krankengeschichte, besondere Charaktereigenschaften, Verhalten. Das geschieht in einem ausführlichen Gespräch mit der Besitzerin bzw. dem Pfleger. Aus all diesen Informationen zieht die Homöopathie dann ein Resumé. Mit Hilfe der „Materia Medica“, in der niedergeschrieben ist, welche Symptome ein homöopathisches Arzneimittel beinhaltet, wird dann auf der vor Ort durch die HP gefundenen Symptom- und Datensammlung des Fohlens ein „passendes“ Mittel ausgewählt. Diese Mittelauswahl verlangt dem Heilpraktiker viel Erfahrung, Intuition und stundenlanges Lesen ab.

Im Fall der kleinen Stute konnte sich Petra Gräfen vor Ort davon überzeugen, dass die Haltungsbedingungen ideal sind, auch die Qualität des Futters war einwandfrei. Die Mutterstute befand sich in einem sehr guten Zustand. Dennoch empfahl Frau Gräfen parallel zur klassisch homöopathischen Behandlung eine Blutuntersuchung des jungen Pferdes, um einen Mineralmangel auszuschließen.
Aus der Erfahrung heraus entschied sich die Tierheilpraktikerin für ein Calziumsalz, welches sofort vor Ort verabreicht wurde.
Die „Materia Medica“ beschreibt dieses Mittel wie folgt:
Kinder verlangen nach unverdaulichem = Sand und Steine
Kinder sind anfällig für Durchfall
Kinder vertragen keine Milch = Schmerzen nach dem Trinken
Die Kinder haben schlaffe Extremitäten und Bindegewebe = Vorbiegig- und Durchtrittigkeit
Erste Veränderung des Fohlens wurden durch die Züchterin wie folgt beschrieben: Das zwanghafte Lecken nimmt ab und das Stütchen wirkt weicher und entspannter.
Die Blutuntersuchung ergab einen extremen Selenmangel, der durch den Tierarzt mit einer intravenösen Gabe des Spurenelementes ausgeglichen wurde.
Petra Gräfen stellt hier besonders heraus, dass es ihr wichtig ist, mit den Schulmedizinern und weiteren Fachleuten wie Osteopathen, Huforthopäden usw. zusammenzuarbeiten. Denn eigentlich haben alle ein gemeinsames Ziel, die Gesunderhaltung der Tiere.
Das Fohlen steht heute in der Herde auf der Weide und zeigt keinerlei Verhaltensauffälligkeiten mehr. Auch die Vorbiegigkeit und Durchtrittigkeit ist nicht mehr zu sehen. Diese positive Veränderung in so kurzer Zeit war nur möglich, weil viele Faktoren gestimmt haben und die Besitzerin sehr bedacht mit dem Fohlen umgeht und schnell reagiert hat.
In unregelmäßigen Abständen werden wir über interessante Fälle von Petra Gräfen berichten.
Dieser Bericht hat keinen Anspruch auf ein vollständiges Krankheitsbild oder eine Heilbehandlung. Es handelt sich auch nicht um ein Lehrreferat, sondern es soll dem Laien einen kleinen, verständlichen Einblick in die alternative Heilbehandlung geben.
Petra Gräfen wuchs quasi mit vielerlei Tieren auf und hatte schon immer einen „besonderen Draht“ zu ihnen. Sie machte eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker, die sie beim Dachverband DGT – Deutsche Gesellschaft der Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeuten abschloss. Es folgten Praktika bei verschiedenen Tierärzten.
Seit 1996 führt sie eine mobile Tierheilpraxis mit den Schwerpunkten: Homöopathie, Bachblüten, mit ganzheitlichem Ansatz Eigenblutbehandlung für Pferde und Hunde. Daneben ist sie als Dozentin für die Paracelsus Schulen (Ausbildung von Tierheilpraktikern) tätig..
Für interessierte Tierbesitzer hält sie Vorträge und führt Workshops durch in den Bereichen: Erste Hilfe, Tierhomöopathie und Allergiemanagement
Petra Gräfen ist verheiratet, hat 2 Kinder, ein Pferd und eine Bostonterrier Dame namens Emma Peel.
Petra Gräfen
Lindenstraße 3
D-56220 Kettig
T el.: 02637 / 600493
Fax: 02637 / 600496
www.alternative-Tierheilkunde.de
Text: Helga Krüger, Foto: privat, S. Alfs
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