07-06-2009

28-07-2009

Ein Kämpfer für die gute Reitkunst – Dr. Gerd Heuschmann zu Besuch auf der Grenzlandranch

 

Elke Diebold, die Betreiberin der Grenzlandranch in Schweix, hatte mit ihrer Kursveranstaltung am Freitag vor einer Woche zweifelsohne den Nerv vieler Pferdefreunde getroffen. So versammelten sich auf ihrer Ranch knapp 60 interessierte Seminarteilnehmer, um den Vortrag von Dr. Gerd Heuschmann zu hören. Und hier konnte man feststellen, dass sich in Punkto Rollkur die Anhänger der unterschiedlichsten Reitweisen einig sind. In Schweix traf man Reiter aller Couleur, die alle das gleiche Ziel verfolgen: Den besseren Draht zum Partner Pferd mit feinen Hilfen und ohne grobes Beizäumen.  

 

 

Was darf man sich bitteschön vorstellen, wenn man zu einem Seminar des derzeit durch seine gnadenlosen Veröffentlichungen ziemlich für Aufsehen sorgenden Tierarzt, Reitlehrer und Buchautor besucht?
Heuschmann ist sicherlich ein unbequemer Zeitgenosse im Gefüge der Reiterlichen Vereinigung, aber für alle, die den Wunsch hegen, einmal der wahren Reitkunst näher zu kommen, ist er ein Muss. Mit seinem Buch „ Finger in der Wunde“ geht Heuschmann massiv gegen die Rollkur vor. In einem mehrstündigen Vortrag erklärte er nun vor einem interessierten Publikum auf der Grenzlandranch ausführlich die Anatomie des Pferdes, das funktionale Zusammenspiel und die Konsequenzen daraus für die Ausbildung eines Pferdes.
Er veranschaulichte den Zuhörern, dass der Rücken eines aufgerollten Pferdes schon allein aus anatomischer Hinsicht nicht schön schwingen kann.

 

 

Nach dem theoretischen Vortrag sah man unter den Teilnehmern bereits viele überzeugte Gesichter, die letzten Skeptiker wurden schließlich im praktischen Teil restlos überzeugt.

Auf dem Außenplatz der Ranch ging es nach einer Mittagspause weiter, wo sich der Tierarzt nun den mitgebrachten Pferden widmete. Unter ihnen befand sich das wohl beste Beispiel einer verkorksten Ausbildung unter schlechter Reiterhand. Das Pferd „Wolkentänzer“ war mit seinen ihm eigenen Problemen ein Produkt der Rollkur und einer aggressiven Reitweise. Das Pferd hatte zum Glück vor wenigen Monaten ein neues gutes Zuhause gefunden und nun bemüht sich die Besitzerin, das gequälte Tier von seinen Phobien zu heilen.
Derzeit wird Wolkentänzer nur mit Tricks und ohne jeglichen Beineinsatz geritten. Beim geringsten Kontaktversuch mit dem Schenkel, steigt der Kandidat und gerät in Panik.

 

 

Dr. Heuschmann lies das Pferd erst von seinem Besitzer vorreiten. Der Wallach war vom Kopf bis zum Schweif hart wie Beton, das war auch für das ungeübte Auge klar erkennbar.
Der Pferdefreund machte sich mit dem Tier vertraut und ließ es zunächst einflusslos einige Runden drehen. Ganz langsam tastete er sich an das misstrauische Tier heran, versuchte es an das Bein zu gewöhnen, es zum Seitwärtstreten zu bewegen, um die innere Hinterhand zu kräftigen.

 

 


Er erklärte den Zuschauern seine hohe Zügelhaltung, den Remontesitz, der in Schweix auch bei älteren Pferden seine Wirkung zeigte. Die positiven Effekte des Schenkelweichens und der Seitengänge waren für die Teilnehmer gerade bei diesem Pferd besonders eindrucksvoll. Aber selbst bei den rittigen Kandidaten war eine Verbesserung erkennbar.

 


In seinen Ausführungen beteuerte Heuschmann ganz klar, dass auch er noch nicht am Ende seiner Entwicklung in Punkto Reiten ist. In ständigem Austausch mit Kollegen quer durch alle Reitweisen und Glaubensrichtungen, wird er sicher noch viele neue Impulse geben können.

 

 

Im Gespräch mit den anwesenden Seminarteilnehmern konnte man durch die Bank ein positives Feedback auf die Arbeit von Heuschmann erhalten. Viele beteuerten, das neu Erlernte gleich mal zuhause in die Tat umzusetzen. Die Kursveranstalterin erhielt nach dem Kurs von einigen Teilnehmern eine schriftliche Resonanz, was sie in ihrer Arbeit bestätigte.

 

 

Hier einige Auszüge:

„Der Kurs gestern war absolute Spitzenklasse!!! Hatte gar nicht so viel erwartet.
Natürlich musste ich heute beim Dickmops gleich mal die innere Hand schön hochnehmen und Seitengänge üben - klappte recht gut. Dass sie sich dauernd strecken durfte, gefiel ihr sichtlich, jedenfalls schnaubte sie wie ein Walross und ließ sich anschließend auch immer wieder schön stellen. Im Rahmen unserer beider Möglichkeiten - da haben wir schon noch einen Weg vor uns, bis wir Grandprix-Pferd und -reiter sind : ))
Nur leider mit den Lendenwirbeldornfortsätzen - die konnte ich mangels fehlender Rippen nicht bestimmen. Kaltblüter haben nämlich keine Rippen, die haben nur einen furchtbar dicken Grasbauch!!“

 

und überhaupt fand ich das Seminar super interessant.und finde es toll, dass Ihr das organisiert habt mit dem Herrn Heuschmann. Es macht Freude Dir beim Reiten zuzugucken.

 

Liebes Team der Grenzland Ranch,

ich möchte euch im Nachhinein noch einmal ein super dickes Lob für das von ihnen organisierte Seminar von Herrn Heuschmann aussprechen. Obwohl es in unserer Gegend viele Reitställe gibt, fand ich es besonders angenehm, auf ihren Hof kommen zu können. Nicht überall sind solche wichtigen Vertreter für Reiterei mit Verstand und Gefühl willkommen und gerade deshalb, finde ich es auch prima, dass sie total dahinter stehen.
Davon abgesehen, haben wir uns bei ihnen sehr wohl gefühlt und sind prima verpflegt worden. Auch hierfür vielen Dank!

 

Demonstration des Remonte-Sitzes

 

Abschließend darf man nur hoffen, dass Heuschmann mit seinen Vorträgen noch viele Reiter erreicht, damit die Welt für Pferde eine Bessere wird.

 

Elke Diebold - strahlende Kursveranstalterin mit Quarter Horse Wallach Smoky

 

Noch einige Impressionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: S. Alfs