07-06-2009

18-09-2009

FEI Europameisterschaften: Die deutschen Erfolge. Bei drei Championaten zweimal Gold und einmal Silber für die deutsche Equipe!

(Hans-Peter Viemann). Die FEI Europa-Meisterschaften – in der anerkannten Westernreitdisziplin Reining – werden in diesem Jahr zum vierten Mal ausgetragen. Die Ausrichtung wurde vom Dachverband in Lausanne (Schweiz) an das Reiterland Deutschland vergeben. Terminiert wurde das kontinentale Championat vom 7. bis 11. Oktober. Es wird in der Ostbayernhalle auf Gut Matheshof in Kreuth ausgetragen. Neben den Prüfungen für die Senioren stehen erstmals auch Titelkämpfe für die Junioren und Jungen Reiter auf dem Programm. Bisher haben für die Wettbewerbe 13 Nationen genannt. Den Zuschlag als Ausrichter erhielt die National Reining Horse Association (NRHA).
                
Für die deutschen Teilnehmer waren die bisherigen Europameisterschaften stets von großem Erfolg gekrönt. Bereits zum Auftakt 2003 im italienischen Reggio Emilia schockte eine deutsche Equipe die versammelte europäische (Reining)-Elite: Denn gleich zur Premieren-Veranstaltung trumpften die Reiter aus Good Old Germany in der Team- und Einzelwertung grandios auf. Die deutsche Mannschaft (657,5 Punkte) in der Besetzung Maik Bartmann, Jürgen Pieper, Oliver Stein und Alexander Ripper bejubelte noch den Sieg, beim Gastgeberland (650,0) verzog sich langsam die Trauerstimmung- und Freude über die gewonnene Silbermedaille kam auf (Platz drei sicherte die Schweiz/646,0), da legte Alex Ripper (434,5) erstklassig für die deutschen Farben nach und sicherte sich die Goldmedaille in der Einzelwertung. Er siegte im Sattel von Solanoswarlesboy. Mit den Plätzen zwei und drei mussten sich Rosanne Sternberg (Großbritannien/432,5) und Marco Riccotta (Italien/432,0) zufrieden geben. Die Italiener konnten es nicht fassen. Sie waren fassungslos. „Diese Erfolge in der Höhle des Löwen zählen doppelt. Denn damit haben die Italiener bestimmt nicht gerechnet“, erklärte einst Jürgen Pieper. Neben Alexander Ripper standen im Einzelwettbewerb auch Jürgen Pieper (Platz 4) mit GB Jac, Maik Bartmann (10) mit Twist N Shout Whiz und Oliver Stein (25) mit Enterprise Winder in den Ergebnislisten. Darüber hinaus wurde Henning Daude mit Pines Advocate auf Rang 15 platziert. Lediglich der Name von Agnes Ramme fehlt dort. Ihr Pferd Whiz a Gold wurde mit einem „Vet-Chek-Out“ von der internationalen Veterinär-Kommission belegt.

Manerbio war zwei Jahre danach Veranstaltungsort der kontinentalen Titelkämpfe. Es siegte die Heimmannschaft: Gold somit für Italien (1.305,0). Die Silbermedaille (1.291,0) wurde 2005 an das deutsche Quartett mit Alexander Ripper, Jürgen Pieper, Steffen Breug und Nico Hörmann übergeben. Bronze ging nach Österreich (1.287,0). „Wir haben mit diesem Ergebnis bewiesen, dass der Erfolg von 2003 kein Zufall war“, erklärten seinerzeit unisono die Medaillengewinner. In der Einzelwertung siegte der Italiener Marco Ricotta (437,5) vor seinem Landsmann Adriano Meacci (437,0) und Tina Künster (Österreich/431,5).  Jürgen Pieper, der wie schon in Reggio Emilia GB Jac aufgezäumt hatte, belegte erneut den so genannten ‚undankbaren’ vierten Platz. Rang sieben teilten sich Steffen Breug und Nico Hörmann mit Mercury Starlight und Dont Miss the Slide. Titelverteidiger Alexander Ripper, der Shez Fritzs Juwel gesattelt hatte, wurde auf dem neunten- und Oliver Stein mit Step On This Gossip auf Platz 22 im Endklassement eingereiht.

Im Jahr 2007 war Mooslarque (Frankreich) Austragungsort der dritten europäischen Meisterschaften. Und erneut zeigte eine deutsche Mannschaft zu was sie fähig ist- und dass die bisherigen Erfolge keine Glücksfälle waren. „Deutsche Equipe gewinnt erneut Team-Gold …“, „Überlegener Sieg bei der EM …“,  „Mit großem Vorsprung zum Sieg …“, lauteten einige der Schlagzeilen in den Medien. Über die Siegerschärpen und güldenen Medaillen freuten sich Steffen Breug, Emanuel Ernst, Nico Hörmann und Grischa Ludwig (665,5). Die Silber- und Bronzeplaketten wurden an die Mannschaften aus Italien (660,0) und der Schweiz (635,0) überreicht. Auch für das Finale in der Einzelwertung hatten sich alle vier deutschen Reiter qualifiziert. Das Endergebnis lautete: Gold und Bronze für Davide Brighenti (226,0) sowie Gennaro Lendi (222,5) aus Italien. Die Silbermedaille jedoch erhielt Nico Hörmann (225,5) mit Big Time Rooster. „Gold und Silber auf einer Europameisterschaft können sich doch wohl sehen lassen“, meinte ehemals der Professional. Pech hatte Grischa Ludwig. Um die Winzigkeit von einem halben Punkt verpasste der Schwabe im Sattel von Olenas Diablo Star knapp das Siegertreppchen. „Ich wollte kein großes Risiko eingehen und bin deshalb vielleicht zuwenig auf Angriff geritten. Und futsch war die Medaille“, erinnert sich der 34-Jährige. Er wurde Vierter. Mit einer guten Vorstellung überzeugte auch Emanuel Ernst die Juroren. Mit Legends Diamond Doc wurde er auf Platz sieben rangiert. Der vierte Reiter des deutschen Teams, Steffen Breug, hatte nicht das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite: Ein Ballentritt seines Vierbeiners MR Rattle N Hum führte zu seinem Startverzicht im Finale. Die deutsche Bilanz lautet nach drei Europameisterschaften: Drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Dazu kommen weitere acht Top-Ten-Platzierungen. Wahrlich Ergebnisse die sich sehen lassen können.

In diesem Jahr dürfte die Motivation keine allzu große Rolle spielen, denn der Heimvorteil – und nicht zu vergessen der Austragungsort: die deutsche „Westernreit-Hauptstadt“ Kreuth in der Oberpfalz – sprechen für sich. Die bisherigen Resultate zeigen aber auch recht deutlich, zu welchen Leistungen eine deutsche Equipe im Stande ist, wenn es um Gold-, Silber- und Bronze bei den FEI Championaten geht. Und das ist gut so. Denn sollte die Disziplin Reining je Olympisch werden, was ein großer Traum vieler Westernreiter ist (Nico Hörmann: „Ein erstrebenswertes Ziel.“ Grischa Ludwig: „Bei den Olympic Games dabei zu sein, das wär’s.“), führt der Weg dorthin nur über die Fèdèration Equestre Internationale.

 

Quelle: H.-P.Viemann,