02-08-2012
Aktiv gegen Jakobskreuzkraut …. die Gefahr, die aus den hübschen gelben Blümchen kommt

Die einen sammeln es fleißig jedes Jahr von ihren Weiden und Mähwiesen, die anderen lachen sich über solche manuellen Bemühungen schlichtweg schlapp …. es geht um Jakobskreuzkraut. Die aktuelle explosionsartige Ausbreitung der Pflanze stellt eine ernste Gefahr dar, da das Jakobskreuzkraut als Giftpflanze nicht verfüttert werden sollte. Sein Genuss führt zu chronischer Lebervergiftung bei allen Weidetieren. Das ist deshalb nicht zu unterschätzen, da die Auswirkungen der Vergiftung kumulativ sind. Die Giftstoffe reichern sich in der Leber langsam an und führen dann zu den chronischen Krankheitsprozessen, die am Ende zum Tod führen.
Giftig ist das Kraut nicht nur im frischen Zustand, wobei hier die meisten Tiere es wohl wegen seinem starken Geruch meiden. Als Jungpflanze wird sie aber dennoch oft gefressen, dann duftet sie weniger übel. Die Alkaloide werden auch nach Heu- und Silagebereitung nicht abgebaut.
Ein Beispiel: etwa 15 Triebe von JKK wiegen etwa 1.000 g. Frisst eine 700 kg Kuh diese Menge einhundert Mal, ist bereits eine tödliche Dosis erreicht.
JKK ist übrigens für alle Weidetiere schädlich. Auch bei uns Menschen kann das Gift über die Haut wirken, deshalb empfiehlt es sich, beim Ausreißen Handschuhe zu tragen. Man hat das Gift mittlerweile sogar in Bienenhonig festgestellt!

Wie wird man´s am besten los?
Bei vereinzelt stehenden Exemplaren wird man auch manuell Herr über die Sache. Die Pflanze sollte komplett mit Wurzel entfernt werden. 2 maliges Mulchen „vor der Blüte“ für größere betroffene, hilft u.U., die Pflanze zurückzudrängen. Wichtig ist, dass man stark beanspruchte Koppeln immer wieder nachsäht. Kahle Stellen bieten für jedes Unkraut und speziell für JKK eine prima Fläche zum Ansiedeln.
Bei einem wahren Meer an JKK hilft dann nur noch die chemische Keule. Hier hat man mit SIMPLEX gute Erfahrungen gemacht. Jedoch gehört so eine Behandlung der Flächen in die Hände eines Fachmanns mit Sachkunde.
Da bereits blühende Pflanzen auch nach dem Ausreißen noch zur Samenbildung (Pusteblume) kommen (Notreife), sollte man die blühenden Pflanzen nicht einfach dort liegen lassen. Am besten entsorgt man sie in kleineren Mengen über den Hausmüll oder verbrennt sie. Auf keinen Fall sollte man sie auf den Kompost oder Misthaufen werfen.
Untersuchungen über die Verarbeitung in einer Biogasanlage haben ergeben, dass die Samen diese Prozedur nicht überstehen.
Fazit:
Wenn jeder in seinem Umfeld etwas gegen diese hochgiftige Pflanze unternimmt, können wir etwas erreichen. Allerdings hat unsere Erfahrung gezeigt, dass es immer noch ignorante Landwirte gibt, die Heu aus vermehrt befallenen Mahdwiesen an Pferdehalter verkaufen. Hierzu sei erwähnt, dass es bereits ein Grundsatzurteil gibt, wo ein Heulieferant bei einem an JKK verstorbenen Pferd in die Haftung genommen wurde. Ich würde jedem Pferdehalter empfehlen, dies beim Heuerwerb einfach mal in den Raum zu stellen. Wenn´s an den Geldbeutel geht, dann werden auch sture Vertreter dieser Zunft verständig.
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