13-11-2012 Aktuelle Informationen zur saisonalen Weidemyopatie bei Pferden Das für die saisonale Weidemyopathie verantwortliche Gift wurde in den USA identifiziert. Univ.Prof. Dr. René van den Hoven , PhD, Dipl. ECEIM, Klinik für Pferde der Veterinärmedizinischen Unive Klinik für Pferde der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Interne Medizin Pferde Letzen Monat haben WissenschafterInnen der University of Minnesota in St. Paul, USA, (Stephanie Valberg, DVM, PhD, und ihre Gruppe des College of Veterinary Medicine) (http://www.cvm.umn.edu/umec/SPM/home.html), die Ursache der atypischen Myopathie (Synonym: saisonale Weidemyopathie) für Amerika festgestellt (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.2042-3306.2012.00684.x/abstract). Eine abnormale Aminosäure namens L-α-Amino-methylenecyclopropylpropionic acid (Hypoglycin A) zerstört den Abbau der Mittel- und Langkettenfettsäuren und führt somit zur Muskelschädigung der aeroben Muskelfasern. Das Hypoglycin A wurde in den Samen des Eschen-Ahorns (Acer negundo), einem Mitglied der Sapindaceae gefunden. Zu dieser Gattung gehört auch der Ackee-Fruchtbaum (Blighia sapida). Das Konsumieren seiner unreifen Früchte verursachte in Jamaica 2000-2001 eine Reihe von Todesfällen.
Hypoglycin A ist bis jetzt zwar nur in den Samen des Eschen-Ahorn (Acer negundo) auf nordamerikanische Betrieben mit atypischer Myopathie nachgewiesen worden, aber nach einer schnellen Literatursuche unserseits ist es nicht auszuschließen, dass diese Substanz auch im Samen anderer Ahornspezies vorkommen kann. Der Eschen-Ahorn ist eigentlich eine nordamerikanische Spezies, wurde aber bereits 1688 in Mitteleuropa eingeführt. Üblicher für Österreich sind der Feldahorn (Acer campestre) und die in Mitteleuropa häufigste Ahornart, der Bergahorn (Acer pseudoplatanus). Von Letzteren liegen Daten vor, dass in seinem Samen auch Hypoglycin A vorkommen kann. Bei Feldahorn und Spitzahorn ( Acer platanoides) ist dies unklar, aber unwahrscheinlich. Eine hilfreiche Website für die Differenzierung von Feld-, Spitz- und Bergahorn ist: http://www.amleto.de/pflanzen/acer_cam.htm.
Die Samen und Blätter des verdächtigen Bergahorns (A. pseudoplatanus )
Nach den heutigen Ergebnissen ist es also ratsam zu verhindern, dass extensiv gehaltene Pferde Ahornsamen aufnehmen können. Der Bergahorn ist dabei potentiell gefährlich. Er kommt unter andern auf Almen, aber auch im Flachland vor. Zur Vorbeugung der Aufnahme der Samen durch Pferde, die extensiv gehalten werden, reicht meist das Füttern von (zusätzlichem) Heu.
Samen und Blätter des unverdächtigen Feldahorns (A. campestre)
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Quelle: vetmed uni vienna |